Der australische Philantropist Philip Wollen in einer TV-Debatte zu den Themen Tierrechte, Tierethik, Massentierhaltung und ökologische Folgen des Fleischkonsums

Philip Wollen –> http://en.wikipedia.org/wiki/Philip_Wollen

„Philip Wollen ist der ehemalige Vizepräsident der Citibank und wurde im Alter von 34 Jahren vom australischen Magazin für Wirtschaft in die Top 40 der einflussreichsten Führungskräfte aufgenommen. Im Alter von 40 Jahren wurde er Zeuge von Grausamkeiten in so riesigem Ausmaß, dass er, zutiefst betroffen, sein Leben änderte und sich von dem Zeitpunkt an wohltätigen Zwecken widmete. Er beschloss, alles was er besaß zu verschenken und widmet sein Leben heute Kindern, Tieren, der Umwelt, Obdachlosen und unheilbar Kranken. Er unterstützt 500 humanitäre Projekte und setzt sich für eine vegane Lebensweise ein. Im Jahr 2005 erhielt er den Order of Australia als Würdigung für außerordentliche Dienste. Im Jahr 2007 wurde er in Victoria zum Australier des Jahres gekürt.“

–> http://www.wissensmanufaktur.net/philip-wollen

Übersetzung der Rede:

„König Lear fragt spät in der Nacht an den Klippen den blinden Earl von Gloucester: “Wie sehen Sie die Welt?” Und der blinde Earl von Gloucester antwortet: “Ich sehe sie fühlend.” Und sollten wir das nicht alle? Tiere müssen von der Speisekarte genommen werden, denn heute Nacht schreien sie vor Todesangst in den Schlachthöfen, in Ställen und Käfigen – diesen grausamen, schändlichen Gulags der Verzweiflung.

Wissen Sie, ich habe die Schreie meines sterbenden Vaters gehört, während der Krebs seinen Körper zerfraß, und mir wurde bewusst, dass ich diese Schreie schon einmal gehört hatte: Im Schlachthaus, mit ausgestochenen Augen und zerrissenen Sehnen, auf den Viehtransportern in den Nahen Osten und von einer sterbenden Walmutter, in deren Gehirn eine Harpune explodiert, während sie nach ihrem Kind ruft. Ihre Schreie waren die Schreie meines Vaters. Ich sah, dass wir auf die gleiche Art und Weise leiden. Denn wenn es um die Fähigkeit zu leiden geht, ist ein Hund ein Schwein, ein Bär, ein Junge.

Fleisch ist das Asbest von heute; es ist mörderischer als Tabak. CO2, Methan und Distickstoffmonoxid aus der Tierhaltungsindustrie zerstören unsere Ozeane, mit sauren, sauerstoffarmen Todeszonen. 90% der kleinen Fische werden zu Pellets zermahlen, um sie an “Nutztiere” zu verfüttern; Kühe, die sich eigentlich vegetarisch ernähren, sind heute die weltweit größten Raubtiere der Ozeane. Ozeane sterben in diesem Moment. Im Jahr 2048 wird der Lebensraum der Fische vernichtet sein – die Lungen und Arterien der Erde. Milliarden von lebensfrohen Küken werden bei lebendigem Leibe zerhackt, und das nur, weil sie männlich sind.

Nur etwa 100 Milliarden Menschen haben jemals gelebt, heute leben 7 Milliarden Menschen, und dennoch foltern und töten wir jede einzelne Woche zwei Milliarden fühlende Lebewesen. 10,000 Spezies werden jedes Jahr unwiderruflich ausgelöscht und das durch eine einzige Spezies. Wir stehen nun vor der sechsten Massenausrottung der kosmologischen Geschichte. Wenn irgendein anderer Organismus das täte, würde ein_e Biolog_in ihn als Virus bezeichnen.

Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit von unvorstellbaren Ausmaßen.

Aber zum Glück verändert sich die Welt. Vor 10 Jahren verstand man unter Twitter Vogelgezwitscher, www war eine hängengebliebene Tastatur, Cloud war eine Wolke am Himmel und 4g ein Parkplatz, Google war das Rülpsen eines Kindes, Skype ein Tippfehler und Al Kaida mein Klempner. Victor Hugo sagte: “Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist”. Tierrechte sind heute die weltweit größte soziale Ungerechtigkeit seit der Abschaffung der Sklaverei. Wussten Sie, dass es mehr als 600 Millionen Vegetarier_innen auf dieser Welt gibt? Das ist mehr als in den USA, England, Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Kanada, Australien und Neuseeland zusammen genommen.

Wenn wir eine Nation wären, hätten wir mehr Einwohner_innen als die 27 Mitgliedsstaaten der EU zusammen. Können Sie sich das vorstellen? Und trotz dieses demographischen Fußabdrucks kommen wir immer noch nicht gegen die lärmenden, jagenden, schießenden, mordenden Kartelle an, die glauben, dass Gewalt die Antwort ist, wenn es nicht einmal eine Frage sein dürfte.

Fleisch tötet Tiere, tötet uns und tötet unsere Wirtschaft.

Das staatliche Gesundheitssystem hat die USA in den Bankrott getrieben. Man müsste 8 Billionen Dollar investieren, allein um die Zinsen der Schulden daraus zu bezahlen – und sie haben genau 0. Sie könnten jede Schule, die Armee und die Marine, die Luftwaffe, den Verfassungsschutz, CIA und FBI auflösen und sie würden immer noch nicht genug Geld haben, um ihre Arztrechnungen zu bezahlen. Und Cornell und Harvard sagen, dass die optimale Menge an Fleisch in einer gesunden menschlichen Ernährung genau 0 ist.

Wasser ist, wie Sie wissen, das neue Öl. Nationen werden bald Kriege deswegen führen. Unterirdische Wasserspeicher, die sich über Millionen Jahre hinweg aufgefüllt haben, neigen sich dem Ende und trocknen aus.  Man braucht bis zu 50.000 Liter kostbares Trinkwasser für die Herstellung von einem Kilo Rindfleisch.

Heutzutage leiden eine Milliarde Menschen an Hunger, 20 Millionen Menschen werden an Unterernährung sterben. Wenn der Fleischverbrauch nur um 10% verringert würde, könnten 100 Millionen Menschen mehr ernährt werden. Fleisch von der Speisekarte zu streichen, würde den Hungertod für immer Vergangenheit sein lassen. Wenn jeder Mensch sich wie die Menschen in den westlichen Industriestaaten ernähren würden, bräuchten wir zwei Planeten, um uns zu ernähren. Aber wir haben nur eine, und sie geht gerade zugrunde.

Die Treibhausgasemissionen aus der Tierhaltung sind um 50% höher als die der gesamten Transportbranche. Und damit alle Autos, Züge, Busse, Schiffe, LKWs, Anhänger – einfach alles. Wenn ich um die Welt reise, sehe ich, wie arme Länder ihr Getreide an den Westen verkaufen, während ihre eigenen Kinder in ihren Armen verhungern. Und der Westen verfüttert es an „Nutztiere“. Nur damit wir ein Steak essen können?  Bin ich der einzige, der sieht, dass das ein Verbrechen ist? Glauben Sie mir, jedes Stück Fleisch, das wir essen, ist ein Schlag in das verweinte Gesicht eines hungrigen Kindes. Wenn ich ihm in die Augen sehe, schweige ich dann etwa?

Die Erde kann genug Nahrung produzieren, um die Bedürfnisse aller Menschen, nicht jedoch die Gier aller Menschen zu befriedigen. Wir stehen vor einem perfekten Sturm. Wenn irgendeine Nation Waffen entwickeln würde, die solch eine Verwüstung auf dem Planeten anrichten könnten, würden wir sie mit einem präventiven Militärschlag zurück in die Bronzezeit bombardieren. Doch es handelt sich hier nicht um einen Schurkenstaat, sondern um eine Industrie.

Die gute Nachricht ist, wir müssen sie nicht bombardieren. Wir können einfach aufhören, sie zu kaufen. George Bush lag also falsch; die Achse des Bösen verläuft nicht durch den Irak, Iran und Nordkorea. Sie zieht sich durch unsere Esstische. Massenvernichtungswaffen sind unsere Messer und Gabeln. Unser Vorschlag ist das Schweizer Taschenmesser der Zukunft.

Es löst unsere Umwelt, Wasser, und Gesundheitsprobleme und beendet Grausamkeit für immer. Die Steinzeit endete nicht, weil uns die Steine ausgingen. Diese grausame, widerliche Industrie wird enden, weil uns keine Ausreden mehr einfallen. Fleisch ist wie die 1- und 2-Cent- Münzen. Es kostet mehr sie herzustellen, als sie wert sind. Und ich komme vom Land. Landwirte sind diejenigen, die am meisten zu gewinnen haben.

Die Landwirtschaft wird nicht aufhören zu existieren – sie wird boomen. Nur die Produktlinie wird sich ändern. Die Landwirte werden so viel Geld verdienen, sie werden sich nicht einmal mehr die Mühe machen, es zu zählen. Und ich werde der Erste sein, der ihnen applaudieren wird. Regierungen werden uns lieben: neue Industrien würden entstehen und gedeihen, Krankenkassenbeiträge sinken, Wartelisten für die Behandlung in Krankenhäusern verschwinden; Verdammt, wir wären so gesund, wir müssten jemanden erschießen, damit ein neuer Friedhof angelegt werden müsste!

Heute Abend habe ich zwei Herausforderungen für die Opposition:  Fleisch verursacht eine Vielzahl von Krebsarten und Herzkrankheiten.  Nennen Sie eine Krankheit, die durch eine vegetarische Ernährung verursacht wird! Und zweitens, ich finanziere die Earthlings Trilogie.  Wenn die Opposition sich ihrer Sache so sicher ist, fordere ich sie auf eine Kopie der DVD „Earthlings“ an alle ihre Kolleg_innen und Kund_innen zu senden. Na los, trauen Sie sich! Tiere sind nicht nur eine andere Spezies, sie sind andere Nationen und wir töten sie auf unsere eigene Gefahr hin. Die Karte des Friedens wird auf der Speisekarte gezeichnet. Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern die Anwesenheit von Gerechtigkeit. Gerechtigkeit muss Rasse, Hautfarbe, Religion oder Spezies gegenüber blind sein. Wenn sie nicht blind ist, wird sie zu einer Waffe des Terrors. Und heute Abend gibt es unvorstellbaren Terror in diesen entsetzlichen Guantánamos, die wir Tierfabriken und Schlachthöfe nennen. Glauben Sie mir, wenn die Mauern der Schlachthöfe aus Glas wären, würden wir diese Debatte heute Abend nicht führen.

Sehen Sie, ich glaube, eine andere Welt ist möglich. Und in einer ruhigen Nacht, kann ich sie atmen hören. Lasst uns Tiere von den Speisekarten streichen und aus diesen Folterkammern holen! Bitte stimmen Sie heute Abend für die, die keine Stimme haben. Vielen Dank!“

Übersetzung von http://www.wissensmanufaktur.net/philip-wollen

Ein Bericht der Albert-Schweitzer-Stiftung, der Hoffnung macht. Offenbar waren letztes Jahr in Deutschland die Schlachtzahlen zum ersten Mal rückläufig seit 1997.

15 Millionen Tiere. Weniger.

Ein positiver Anstoß für alle, die das bisher nicht getan haben, das eigene Konsum- und Essverhalten zu hinterfragen. Der Einsatz für Tierrechte beginnt am Supermarktregal.

Make the Connection.

 

Die Schlachtzahlen 2012 sind laut vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamts im Vergleich zum Vorjahr um 15 Mio. Tiere gesunken. Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt begrüßt diese Entwicklung, die fast alle Tierarten umfasst.

Im Jahr 2012 kam es in Deutschland erstmals seit 1997 wieder zu einem Rückgang der Schlachtzahlen. Anhand der vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamts lässt sich errechnen, dass im Jahr 2012 rund 15 Mio. Tiere weniger geschlachtet wurden als im Vorjahr.

Besonders deutlich fiel die Entwicklung bei den Masthühnern aus: 13,1 Mio. Tiere weniger wurden geschlachtet. Es folgen Schweine mit rund 1,4 Mio. und Legehennen mit 922.000 weniger Toten. (Legehennen sind nach ca. einem Jahr des Eierlegens ausgemergelt und werden als sogenannte Suppenhühner geschlachtet.)

Auch bei fast allen anderen Nutztierarten wie Puten (-159.000) und Rindern (-64.000) fielen die Schlachtzahlen geringer aus. Einzig die Zahl der von der Fleischindustrie getöteten Enten ist um 624.000 angestiegen.

Mahi Klosterhalfen, geschäftsführender Vorstand der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, begrüßt den Rückgang der Schlachtzahlen: »Wenn für unsere sich ändernden Essgewohnheiten inzwischen 15 Mio. Tiere weniger sterben müssen, dann ist das ein Grund zur Freude. Wir rufen alle Menschen auf, zum weiteren Rückgang der Schlachtzahlen beizutragen.« Der beste Weg, die Zahl der getöteten Tiere weiter zu senken, ist es, vermehrt vegetarisch und vegan zu essen.

Dem zuletzt rückläufigen Fleischkonsum steht ein anderer Trend entgegen, der verhindert hat, dass der Rückgang noch stärker ausgefallen ist: Die deutsche Fleischindustrie konzentriert sich immer mehr auf den Export. Dies und der noch immer viel zu hohe Fleischverbrauch sind zwei Hauptgründe, warum im letzten Jahr noch fast 755 Mio. Tiere geschlachtet wurden.

WIE SIE HELFEN KÖNNEN, DIE SCHLACHTZAHLEN WEITER ZU SENKEN

Einen dauerhaften Trend beim Rückgang der Schlachtzahlen zu etablieren, ist eine Mammutaufgabe. Wir freuen uns, dass sich immer mehr Menschen und Organisationen dieser Aufgabe annehmen und freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit!

Nachtrag: Kurz nachdem wir diese Nachricht auf unsere Facebook-Seite gestellt haben, kamen Fragen auf, ob der Rückgang der Schlachtzahlen durch erhöhte Fleischimporte zu erklären sei. Auch hierzu gibt die Datenbank des Statistischen Bundesamts eine klare Auskunft: Die Fleischexporte liegen deutlich über den Fleischimporten (sogar mit zunehmender Tendenz), sodass es keinen Zweifel gibt, dass es sich um einen echten Rückgang handelt.

Link: http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/schlachtzahlen-2012-15-mio-tiere

Bericht auf http://www.salzburg24.at mit Fotostrecke und Video –> http://www.salzburg24.at/stadt/demo-fuer-tierrechte-in-salzburg/3533600

 

 

 

Fotostrecke in den SN über den Kreuzzug für Tierrechte 2013 in Salzburg:

http://www.salzburg.com/nachrichten/salzburg/chronik/sn/artikel/kreuzzug-fuer-tierrechte-durch-die-mozartstadt-53220/

Es war eine tolle Aktion mit guter Stimmung, trotz Kälte und beginnendem Regen waren 40-50 Aktivist_innen vor Ort.

Vielen Dank an die Veranstalter_innen und alle, die mitgemacht haben!